FreibergProjekteAmphibienschutzAmphibienzäune

Amphibienzäune

Erdkrötenpärchen – Foto: NABU Freiberg, Thurit Tschöpe
×
Erdkrötenpärchen – Foto: NABU Freiberg, Thurit Tschöpe

Wandernde Amphibien müssen oft Straßen überqueren, um zu ihren Laichgewässern zu gelangen. Dabei geraten sie aber allzu oft unter die Räder. Damit das in Freiberg am Pulvermühlenweg, an der Hainichener Straße bei Kleinwaltersdorf und in Mönchenfrei an der B101 sowie in Dresden an mehreren Standorten nicht passiert, errichtet und betreut der NABU dort Amphibienfangzäune. Alljährlich heißt es also sobald das Wetter frühlingshafter wird: Bau auf, bau auf – den Krötenzaun. Wenn die Amphibien dann wandern, wird der Zaun einmal morgens bis 10 Uhr kontrolliert, die Fangeimer geleert und die entnommenen Amphibien ein gutes Stück von der Straße entfernt auf der anderen Seite wieder auf die Wanderung zum Laichgewässer entlassen. Nach zwei bis drei Wochen ist die Hinwanderung zum Gewässer abgeschlossen, wenn drei Tage trotz passenden Wetters keine Amphibien mehr wandern, wird der Zaun zunächst inaktiviert und anschließend abgebaut. So kommen jedes Jahr gut 150 Stunden ehrenamtliche Arbeit zusammen. Ob nun für den Zaunauf- und abbau oder die eigentliche Krötenrettung suchen wir immer Freiwillige ehrenamtliche Helfer, Vorkenntnisse sind nicht nötig – mensch ist danach aber auf jeden Fall, um einige Erkenntnisse möglich.

So ein Aufwand für ein paar Lurche! – werden so manche denken. Ja, es ist aufwendig und eine recht aktionistische Form des Artenschutzes. ABER: Solange es nicht genügt, an den entsprechenden Gefahrenpunkten in den zwei bis drei Wochen Amphibienwanderung auf jeweils wenigen hundert Metern zeitweise Geschwindigkeitsbegrenzungen (bspw. analog Spielstraße) einzuführen und Autofahrer dann auch entsprechend umsichtig fahren – solange bedarf es dieses Aufwandes! Deswegen ist es auch gut, dass diese Maßnahmen unkompliziert aus ELER-Mitteln finanziell gefördert werden – letztlich auch damit mit diesen recht einfach generierbaren Mitteln andere langfristig nachhaltigere Biotopschutzmaßnahmen im Naturschutzehrenamt unkompliziert finanziert und umgesetzt werden können.

Foto: Freistaat Sachsen
×
Foto: Freistaat Sachsen

Folgende Projekte wird mit Fördermitteln nach der Richtlinie Natürliches Erbe gefördert:

Amphibienleiteinrichtungen in Freiberg 1997– 2026

An verschiedenen Standorten in Freiberg werden mobile Amphibienschutzanlagen betreut. Die dabei vorgefundenen Amphibien werden erfasst, um Aussagen bezüglich der jeweiligen Populationen machen zu können.

Standorte Amphibienzäune:

×
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg

×
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg

×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg
×
– Foto: NABU Freiberg
– Foto: NABU Freiberg

Foto: NABU Freiberg
×
Foto: NABU Freiberg

Die beiden Amphibienleiteinrichtungen bei Mönchenfrei und am Pulvermühlenweg wurden auch 2026 zur Laichwanderung der Amphibien vom 2. März bis 30. April intensiv betreut. Das Wetter im Frühjahr war, wie in den letzten Jahren, mit längeren Trockenperioden, zu hohen Temperaturen und Frost wieder äußerst ungünstig für die Wanderung zu den Laichgewässern und zurück. Der Klimawandel beeinflusst auch die Reproduktion weiterhin negativ. Besonders die an kühle und feuchte Witterung angepasste Arten Grasfrosch und Erdkröte zeigen dies deutlich. Die Massenlaichplätze wie noch vor 2018 sind vollständig verschwunden. Der Bergmolch, als einst häufigste Art liegt bei den Molchen nun an letzter Stelle. Nördlicher Kammmolch, Teichmolch und Knoblauchkröte profitieren hingegen von wärmeren Temperaturen. Die Knoblauchkröte ist inzwischen häufiger als der Grasfrosch.

Im Gegensatz zum Zaun am Pulvermühlenweg sind in Mönchenfrei keine Probleme mit Ameisen in den Fangeimern festgestellt worden. Doch wurde der Waschbär als Prädator an der Anlage beobachtet.



Amphibienleiteinrichtungen in Dresden 2021 – 2023

An verschiedenen Standorten in Dresden werden mobile Amphibienschutzanlagen betreut. Die dabei vorgefundenen Amphibien werden erfasst, um Aussagen bezüglich der jeweiligen Populationen machen zu können.

Standorte Amphibienzäune:

Grafik: NABU Freiberg
×
Grafik: NABU Freiberg

Spenden
Unterstützen Sie den sächsischen Naturschutz in Ihrer Region.

Mitglied werden!
Werde aktiv für Mensch und Natur!