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Auf der Suche nach Frosch, Molch und Co.

JuNa-Artenforscher*innen Camp Amphibien vom 19. bis 24. April 2022

Foto: Robert Michalk
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Foto: Robert Michalk

Im Rahmen des Programms „Junge Naturwächter Sachsen“ (JuNa) fand in den Osterferien ein Artenforscher*innen Camp zum Thema Amphibien statt. Akteur*innen des Naturschutzbundes (NABU) Freiberg und der Naturschutzjugend (NAJU) Sachsen erarbeiteten, in Kooperation mit der Sächsischen Landesstiftung für Natur und Umwelt (LaNU), ein Praxisbaustein-Angebot für Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren.

Insgesamt 15 Teilnehmer*innen erkundeten in Freiberg und Neschwitz in der Oberlausitz eine knappe Woche regional vorkommende Amphibien und verbrachten viel Zeit in der Natur.

Uns interessierte besonders: Woran erkennt man Amphibien und wie unterscheidet man die einzelnen Arten voneinander? Mit welchen Methoden ist es möglich Amphibien im Gelände aufzuspüren und nachzuweisen? Wie werden die Funde dokumentiert und wie kann man die Arten schützen?  

Feuersalamander anschauen und fühlen - Foto: Robert Michalk
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Feuersalamander anschauen und fühlen - Foto: Robert Michalk

Im Raum Freiberg begleitete uns der Amphibienexperte und Naturschutzreferent Andreas Püwert auf unseren Erkundungstouren u.a. in den Ludwig-Renn-Park, Fürstenbusch sowie nach Mönchenfrei. Wir kescherten in Reifenspuren, Pfützen und in Teichen, leerten Eimerfallen und kontrollierten Amphibienschutzzäune. Wir fanden zahlreiche Kamm-, Teich- und Bergmolche sowie Grasfrösche in verschieden Altersstufen vom Laich bis zur ausgewachsenen Amphibie.

Die Tiere selbst behutsam zu halten, ihre Haut und ihren Geruch wahrzunehmen und sie anhand ihrer Merkmale zu bestimmen, war für viele Jugendliche ein besonderes Erlebnis. Gemeinsam suchten wir nach Verstecken zum Beispiel unter Steinen oder unter liegendem Totholz. Wir fanden dabei nicht nur Amphibien, sondern auch andere Tiere, wie etwa die Blindschleiche aus der Artengruppe der Reptilien.

Knoblauchkröte - Foto: Annekathrin Sobota
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Knoblauchkröte - Foto: Annekathrin Sobota

In Neschwitz lauschten wir zusammen mit dem Amphibienexperten Holger Lueg den dumpfen Rufen der Rotbauchunken. Besonders an den Amphibienschutzzäunen, der stark befahrenen B96, fanden wir zahlreiche Exemplare von Rotbauchunken, sowie Grünfröschen und Knoblauchkröten. Neben den Amphibien sahen wir Laufkäfer, Wasserschnecken, Weißstörche, Graugänse und Kraniche. Ein weiteres Highlight war der Ruf der Rohrdommel.


Immer wieder wurden wir mit den Gefahren für die Amphibien konfrontiert und fanden beispielsweise von Fressfeinden liegengelassene Haut der giftigen Erdkröte sowie Verkehrsopfer. Wir erfuhren, weshalb Amphibienschutzzäune beiderseits der Straße stehen und weshalb man Hin- und Rückwanderung unterscheidet. Alle Amphibien wurden gezählt, bestimmt und anschließend in Eimern zu nahegelegenen Gewässern getragen. Durch Ton- und Bildaufnahmen sowie durch die schriftliche Dokumentation ist es möglich den Zustand der Population zu beurteilen. Daraus lassen sich neben dem Vorkommen der Art auch gezielte Schutzmaßnahmen ableiten und entwickeln.

Begutachtung und Dokumentation der Amphibien - Foto: Ute Eulitz
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Begutachtung und Dokumentation der Amphibien - Foto: Ute Eulitz

Beim gemeinsamen Kochen und Spielen, wie „Werwolf“ oder „Wer bin ich?“, lernte sich die Gruppe schnell kennen und wuchs im Laufe der Woche zusammen. In Neschwitz lud der nahe gelegene naturnahe Wald des Fischereihofes Kleinholscha die Jugendlichen zu ausgelassenen Naturabenteuern ein. In einem abgelassenen Teich stapften sie barfuß durch den Matsch oder wateten mit Gummistiefeln durch die Teiche.  

Eine Woche voller schöner Erlebnisse ging viel zu rasch zu Ende. Ein Wiedersehen ist zum zweiten Teil des Artenforscher*innen Camps am 09. Juli 2022 geplant, wenn wir einen Arbeitseinsatz mit der Wiederherstellung eines Amphibien-Laichgewässers durchführen. Wir freuen uns, wenn die Teilnehmenden ihr erlerntes Wissen anwenden und vor der eigenen Haustür auf Amphibiensuche gehen!



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